Ein hydraulisches Bohrgerät auf einem Raupenfahrwerk, das sich in der Grevenbroicher Lösslandschaft nahe der Erft verankert, bildet den Auftakt jeder Verankerungsbemessung. Wir ziehen Kernbohrungen bis in die tragfähigen Kies- und Sandschichten des Tertiärs, die unter der Stadt in Tiefen zwischen 6 und 18 Metern anstehen. Aus diesen Bohrkernen leiten wir die Mantelreibungswerte ab, die für die Dimensionierung von Litzen- und Gewindeankern nach DIN EN 1997-1:2014 entscheidend sind. Die Bemessung selbst erfolgt im hauseigenen Labor, wo die Proben aus dem Grevenbroicher Untergrund triaxial und im Rahmenscherversuch geprüft werden, bevor ein einziges Ankerprüfprotokoll das Büro verlässt.
Ein vorgespanntes Ankersystem im Grevenbroicher Löss muss die Kohäsionsveränderung bei wechselnder Sättigung abbilden – sonst versagt die rechnerische Standsicherheit in der ersten nassen Winterwoche.
Ablauf und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Der geotechnische Kontrast zwischen der östlichen Rheinebene und den westlichen Rekultivierungsflächen des Tagebaus Garzweiler ist erheblich. In Neurath und Frimmersdorf haben wir es mit umgelagerten, inhomogenen Kippenböden zu tun, die Setzungsdifferenzen von über 15 Zentimetern pro Jahr erzeugen können; ein aktiver Litzenanker, der hier nicht auf die geringe Packungsdichte abgestimmt ist, verliert binnen Monaten seine Vorspannkraft. Im Stadtkern von Grevenbroich dagegen dominieren setzungsarme Mittelterrassenkiese, die hohe Ankerkräfte aufnehmen, aber bei unsachgemäßer Injektion zum hydraulischen Aufreißen neigen. Unsere Bemessung unterscheidet daher strikt zwischen diesen Untergrundtypen und legt für jeden Abschnitt separate Teilsicherheitsbeiwerte nach DIN 1054:2021 zugrunde.
Referenznormen
DIN EN 1997-1:2014 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN EN 1537:2014 (Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker)
Zugehörige Fachleistungen
Baugrunderkundung für Ankerstrecken
Kernbohrungen und schwere Rammsondierungen (DPH) in Grevenbroich zur Ermittlung der Lagerungsdichte und des Grundwasserstands. Wir erstellen Baugrundprofile mit Angabe der undränierten Scherfestigkeit cu und des Reibungswinkels φ' für jede Ankerlage.
Tragfähigkeitsbemessung und Nachweisführung
Rechnerische Bemessung der inneren und äußeren Tragfähigkeit von Litzen- und Gewindestabankern. Nachweise gegen Herausziehen, Stahlversagen und Geländebruch nach DIN 1054, einschließlich der Krafteinleitung in den Verpresskörper.
Eignungs- und Abnahmeprüfungen
Durchführung von Zugversuchen vor Ort mit kalibrierten Hydraulikpressen. Wir dokumentieren die Last-Verformungskurve, ermitteln die freie Stahllänge und bewerten das Kriechverhalten des Ankers bei konstanter Prüflast über 15 Minuten.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Welche Kosten entstehen für eine Verankerungsbemessung in Grevenbroich?
Die Honorare für eine vollständige Bemessung inklusive Baugrunduntersuchung und Prüfprotokoll bewegen sich in Grevenbroich je nach Umfang zwischen €1.030 und €3.390. Der Preis hängt von der Anzahl der Ankerlagen, der erforderlichen Bohrlochtiefe und dem Prüfaufwand ab. Temporäre Baugrubenanker sind im unteren Bereich angesiedelt, während permanente Daueranker für Ingenieurbauwerke mit umfangreicheren Korrosionsschutznachweisen am oberen Ende liegen.
Was unterscheidet einen aktiven von einem passiven Anker?
Ein aktiver Anker wird nach dem Einbau vorgespannt und erzeugt sofort eine definierte Ankerkraft, die aktiv in den Baugrund eingeleitet wird. Ein passiver Anker entwickelt seine Kraft erst durch die Verformung des zu sichernden Bauwerks, ähnlich einem Nagel. In Grevenbroich setzen wir aktive Anker vor allem bei rückverankerten Baugrubenwänden ein, wo Verformungen minimiert werden müssen, während passive Systeme zur langfristigen Böschungssicherung in den rekultivierten Tagebaubereichen dienen.
Wie wird die freie Länge eines Verpressankers nachgewiesen?
Die freie Stahllänge prüfen wir im Zugversuch durch Aufzeichnung der Last-Verformungskurve. Aus dem elastischen Anteil der Dehnung und dem bekannten E-Modul des Stahls berechnen wir die tatsächlich dehnbare Länge. Abweichungen von mehr als 10 Prozent von der geplanten freien Länge deuten auf eine unvollständige Entkopplung oder einen Verpresskörperaufstieg hin und erfordern eine Nachbemessung.
Welche Erfahrung hat Ihr Team mit dem Baugrund in Grevenbroich?
Unser Team hat zahlreiche Ankerbemessungen in der Niederrheinischen Bucht durchgeführt, darunter Baugrubensicherungen entlang der Erft und Hangsicherungen an den rekultivierten Böschungen des Tagebaus. Die Wechselwirkung zwischen dem oberflächennahen Lösslehm und den darunterliegenden tertiären Feinsanden ist uns aus vielen Bohrprofilen vertraut. Unser Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert und führt die erforderlichen Scherversuche im Haus durch. Mehr Info.
