Die Böden im Raum Grevenbroich sind geprägt vom Wechsel zwischen der fruchtbaren Lössdecke der Jülicher Börde und den sandig-kiesigen Niederterrassen der Erft. Gerade wenn Bauvorhaben nahe der rekultivierten Tagebauflächen oder im Einflussbereich des Grundwasserwiederanstiegs nach dem Braunkohleausstieg liegen, reicht eine einfache Bodenansprache nicht aus. Die Korngrößenanalyse liefert die exakte quantitative Verteilung von Ton, Schluff, Sand und Kies – eine unverzichtbare Grundlage, um das Materialverhalten präzise zu bewerten. Wir kombinieren die klassische Siebanalyse für die gröberen Fraktionen mit der Aräometer-Methode nach DIN EN ISO 17892-4, um auch den Feinstkornanteil zuverlässig zu erfassen. In der Praxis sehen wir immer wieder, dass ohne diese Daten die Gefahr von Fehleinschätzungen bei der Böschungsstabilität oder der Tragfähigkeit steigt.
Die exakte Kornverteilungskurve ist der Fingerabdruck des Bodens – sie bestimmt Verdichtbarkeit, Durchlässigkeit und Scherfestigkeit, lange bevor die erste Schaufel Erde bewegt wird.
Ablauf und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Ein wiederkehrendes Problem im Grevenbroicher Baugrund ist die Fehleinschätzung des Feinkornanteils. Wir haben schon Bohrkerne gesehen, die augenscheinlich als 'sandiger Kies' eingestuft wurden, deren tatsächlicher Schluffanteil jedoch über 15 Prozent lag. Solche Böden sind stark witterungsempfindlich, neigen bei Wasserzutritt zum Aufweichen und verlieren ihre Tragfähigkeit. Ohne eine genaue Hydrometeranalyse bleibt dieser Anteil unsichtbar. Ignoriert man das, drohen Setzungsdifferenzen und teure Nacharbeiten. Ein weiteres Risiko entsteht bei der Wiederverwendung von Aushubmaterial: Nur mit einer nachgewiesenen Kornverteilung lässt sich beurteilen, ob das Material als Verfüllung oder für ein flexibles Belagssystem tauglich ist. Die Korngrößenanalyse ist damit nicht nur eine Klassifikationsübung, sondern ein wirtschaftlicher Schutzfaktor vor Bauschäden.
Referenznormen
DIN EN ISO 17892-4: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18123: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung durch Siebung, DIN 18124: Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung durch Aräometerversuch, DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO/IEC 17025: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien
Zugehörige Fachleistungen
Standard-Sieblinie
Kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse für eine vollständige Kornverteilungskurve nach DIN EN ISO 17892-4, inklusive Bodenklassifikation nach DIN 18196.
Filter- und Dränagebemessung
Ermittlung der Sieblinie zur Auslegung von Filterstabilität und Dränageschichten nach den Regeln von Terzaghi, speziell für Bauvorhaben mit hohem Grundwasserstand in Grevenbroich.
Frostempfindlichkeitsbeurteilung
Bewertung des Feinkornanteils im Hinblick auf Frosthebung. Relevante Kenngröße für Straßen- und Wegebau im Gebiet mit bindigen Deckschichten.
Kontrollprüfung Aushub
Analyse von Aushubmaterial zur Eignungsprüfung für Wiederverfüllung oder Verwertung, inklusive Sieblinienvergleich mit den Anforderungen der ZTV E-StB.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Grevenbroich?
Für eine kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse nach DIN EN ISO 17892-4 liegen die Kosten je nach Probenumfang und erforderlichem Dispergierungsaufwand typischerweise zwischen 110 und 150 Euro. Der genaue Preis hängt davon ab, ob nur die Siebung oder auch die aufwendigere Aräometermethode für den Feinstkornanteil notwendig ist.
Welche Korngrößen werden mit dem Hydrometer bestimmt?
Das Aräometerverfahren erfasst die Schluff- und Tonfraktion, also Partikel kleiner als 0,063 mm bis hinunter zu etwa 0,001 mm. Die Trennung erfolgt durch die unterschiedliche Sedimentationsgeschwindigkeit in einer Suspension, ausgewertet nach dem Gesetz von Stokes.
Wann reicht die reine Siebanalyse, wann brauche ich zusätzlich das Hydrometer?
Sobald der Boden mit bloßem Auge sichtbare bindige Anteile zeigt oder die Handprobe schluffig bis tonig wirkt, ist die Aräometermethode zwingend. Nur so erhalten Sie eine korrekte Bodenklassifikation und können Kenngrößen wie den Ungleichförmigkeitsgrad sauber bestimmen.
Wie lange dauert die Durchführung der Analyse?
Die kombinierte Analyse dauert inklusive Probenvorbereitung, Siebung und der 24-stündigen Sedimentationsphase beim Aräometer in der Regel drei bis vier Werktage. Bei dringenden Projekten im Raum Grevenbroich bieten wir nach Absprache einen Express-Service an.
