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Grevenbroich, Germany
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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Grevenbroich – Baugrund klar sehen

Die Geophone stehen im Raster auf dem ehemaligen Tagebaurand in Grevenbroich. Ein Hammerschlag erzeugt die seismische Welle, die sich durch Kiese der Mittelterrasse, schluffige Auenlehme und die tieferen Sande des Tertiärs kämpft. Genau das ist die seismische Refraktion – sie nutzt die Laufzeitunterschiede gebrochener Wellen, um Schichtgrenzen und Kompressionswellengeschwindigkeiten (Vp) zu kartieren. Grevenbroich mit seinen 51.09° Nord am Niederrhein liegt auf einem geologischen Mosaik, das der Braunkohleabbau über Jahrzehnte durchmischt hat. Kippenböden, umgelagerte Deckgebirge und gewachsene Terrassenkörper wechseln sich auf wenigen hundert Metern ab. Wer hier baut, braucht ein Bild vom Untergrund, das tiefer reicht als die Baggerschaufel. Die Tomographie liefert dieses Bild – als Grundlage für Gründung, Tiefbau oder Altlastenverdacht. Wir setzen das Verfahren seit Jahren im Rhein-Kreis Neuss ein und kennen die rheinische Bodenabfolge aus unzähligen Kampagnen.

Ein seismisches Profil in Grevenbroich zeigt Ihnen Setzungsnester im Kippenboden, bevor die Bodenplatte betoniert ist.

Ablauf und Umfang

Vergleichen Sie das Gewerbegebiet Kapellen im Norden mit dem südlichen Bereich Neurath. In Kapellen treffen Sie auf eine relativ homogene Abfolge aus Niederterrassenkiesen über tertiären Feinsanden – ideal für die Refraktionsseismik, weil die Vp-Geschwindigkeiten klar zwischen Kies (um 800–1200 m/s) und Sand (um 400–600 m/s) springen. In Neurath dagegen dominieren Kippensubstrate: ein Gemisch aus Lößlehm, Kieslinsen und aufgeweichten Schluffen, das seismisch unscharfe Übergänge produziert. Hier kommt die Reflexionsseismik ins Spiel, ergänzt durch eine Korngrößenanalyse an gezogenen Proben, um die seismischen Attribute zu kalibrieren. Unser Feldteam aus Grevenbroich konfiguriert die Auslage mit 24 oder 48 Kanälen, je nach geforderter Auflösung und Erkundungstiefe. Die Vp-Verteilung im Tomogramm verrät Ihnen direkt, wo eine Rüttelverdichtung nachverdichten muss und wo der Boden bereits ausreichend steif für eine Flachgründung ist.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Grevenbroich – Baugrund klar sehen

Örtliche Baugrundfaktoren

Die Stadtgeschichte von Grevenbroich ist untrennbar mit dem Tagebau verbunden. Südlich der Erft entstanden riesige Abraumkippen, während nördlich oft noch die alten Niederterrassen der Erft anstehen. Das Problem: Aufgeschüttete Kippenböden setzen sich ungleichmäßig, enthalten mitunter Hohlräume durch verrottetes Holz oder alte Drainagen und reagieren völlig anders auf Last als ein natürlich gewachsener Kieshorizont. Ein Bauherr, der im Bereich der ehemaligen Grube Frimmersdorf ein Gewerbegebäude errichtet, muss wissen, ob unter seiner Bodenplatte in 8 m Tiefe ein lockerer Kippenkörper lagert, der sich bei 150 kN/m² Sohlspannung setzt. Das CPT-Verfahren liefert Spitzendruck und Mantelreibung punktuell – die Seismische Tomographie hingegen deckt die gesamte Fläche ab und findet genau jene Schwachstellen, die eine Rammkernbohrung verfehlen würde. In Grevenbroich ist das kein akademisches Risiko. Schiefstellungen, Risse in Hallenböden und Setzungsdifferenzen von mehr als 10 cm sind dokumentierte Schadensbilder, wenn die Vorbelastung des Untergrunds unterschätzt wurde.

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Referenznormen

DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DGGT-Empfehlung Nr. 6 – Seismische Verfahren in der Geotechnik

Zugehörige Fachleistungen

01

Seismische Refraktionstomographie

2D-Linienmessung mit 24 oder 48 Geophonen. Wir kartieren die Vp-Geschwindigkeiten bis 30 m Tiefe, ideal für Gründungssohlen, Leitungsgräben und die Erkundung von Kippengrenzen.

02

Seismische Reflexionsmessung

Hochauflösende Reflexionsseismik für tiefere Horizonte ab etwa 15 m. Besonders geeignet, um die Basis von Kippenkörpern oder tertiäre Schichtgrenzen in Grevenbroich zu verfolgen.

03

Kombinierte Geotechnik

Wir kalibrieren seismische Profile mit direkten Aufschlüssen wie einer Schürfgrube oder dem Plattendruckversuch – so entsteht ein belastbares Baugrundmodell aus einer Hand.

04

Auswertung und Beratung

Tomogramm-Interpretation mit Fokus auf Setzungsempfindlichkeit und Steifigkeit. Sie erhalten eine klare Aussage zu Gründungsrisiken und ggf. notwendigen Baugrundverbesserungen.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe (Refraktion)bis 30-40 m unter GOK (je nach Auslage und Energiequelle)
Erkundungstiefe (Reflexion)bis 100 m und tiefer (abhängig von Frequenz und Überdeckung)
Messraster vor OrtGeophonkette mit 1-5 m Abstand, 24/48-Kanal-Seismograph
Energiequelle (Standard)Vorschlaghammer (8 kg) oder beschleunigtes Fallgewicht
AuswerteverfahrenTomographische Inversion (Raytracing) der Ersteinsätze
BerichtsstandardDIN 4020-konform mit Vp-Tomogramm und Schichtmodell
Dauer Feldkampagne (typisch)1-2 Tage vor Ort, Ergebnisse innerhalb 5 Werktagen

Fragen und Antworten

Reicht die seismische Tomographie allein für eine Gründungsempfehlung?

Die Tomographie liefert ein flächendeckendes Steifigkeitsbild, aber keine direkten Bodenkennwerte wie Reibungswinkel oder Kohäsion. Deshalb kombinieren wir sie in Grevenbroich systematisch mit punktuellen Direktaufschlüssen – mindestens einer Rammkernbohrung oder Schürfgrube – um die seismischen Geschwindigkeiten geotechnisch zu eichen. Nur diese Kombination ergibt eine belastbare Gründungsempfehlung nach DIN 4020.

Funktioniert das Verfahren auch auf den Kippenböden südlich der Erft?

Ja, mit Einschränkungen. Kippenböden streuen seismisch stark, weil sie ungeschichtet sind und Hohlräume enthalten können. Die Refraktionstomographie bildet hier oft nur die Grobstruktur ab. Wir setzen dann ergänzend die Reflexionsseismik ein oder verdichten das Messnetz, um laterale Inhomogenitäten sicher zu erkennen. Die Erfahrung aus dutzenden Messkampagnen im Grevenbroicher Süden hilft uns, die Tomogramme realistisch zu interpretieren.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Grevenbroich und Umgebung.

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